Aktuelle Grabungen

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Die Kelten in Osterfingen – Abschluss der Ausgrabungen

Latènezeitliche Silbermünze, Vorderseite mit Pferd (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)
Latènezeitliche Silbermünze, Vorderseite mit Pferd
Ein Töpferofen wird freigelegt (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)
Ein Töpferofen wird freigelegt
Fertig freigelegter Töpferofen (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)
Fertig freigelegter Töpferofen
Arbeitsaufnahme (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)
Arbeitsaufnahme
Arbeitsaufnahme (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)
Arbeitsaufnahme

Während sechs Monaten hat die Kantonsarchäologie Schaffhausen in Osterfingen gegraben. Bei Bauarbeiten kamen im November 2015 Funde aus der Zeit der Kelten zum Vorschein. Die Ausgrabung der vom Bau betroffenen Fläche brachte Unerwartetes und Spannendes zutage. Zum einen wurden die Reste eines Dorfes aus der Hallstattzeit (ca. 500 v.Chr.) freigelegt. Über 150 Spuren von Hauspfosten zeugen von einer regen Bautätigkeit und zahlreiche Gruben dienten zur Vorratshaltung oder als Abfalldeponie. Die Siedlung oder Teile davon sind mit einem über einen Meter tiefen Graben geschützt, neben dem ein Kiesweg verläuft. Eine grosse Menge an Fundstücken gibt Hinweise auf das Leben der Bewohner: Aus den Tausenden von Scherben wird man Kochtöpfe, Schüsseln und feine, verzierte Becher zusammensetzen können. Anhand der Schlachtabfälle wissen wir, dass hier das Fleisch von Kuh, Schaf, Schwein und Huhn aber auch Hirsch auf den Tisch kam. Dazu gab es Brot oder Brei aus Getreide oder Hirse, wovon sich verkohlte Körner im Boden erhalten haben. Besonders und vergleichsweise selten sind Funde von Schmuck wie Gewandschliessen, Haarnadeln, ein Armreif und ein Ohrring aus Bronze sowie eine Glasperle.

Wann und weshalb das Dorf verlassen wurde, wissen wir noch nicht. Im ersten Jahrhundert v.Chr. jedoch wurden auf demselben Areal zwei Töpferöfen gebaut. Davon hat sich die im Boden eingetiefte Unterkonstruktion mit Einfeuerungsöffnungen und Luftkanälen erhalten. Um die Öfen lag haufenweise Keramik von Fehlbränden. Ein paar Gruben und Pfostenstandspuren stammen ebenfalls aus dieser Zeit und ermöglichen die Rekonstruktion eines Werkareals mit einfachen Unterständen oder Hütten. Die sehr gut erhaltene keltische Silbermünze, die gleich zu Beginn der Grabungen gefunden wurde, blieb leider ein Einzelfund.

Nach Abschluss der Grabung kann nun die geplante Pferderennbahn gebaut werden. Bereits heute wissen wir, dass wir nur einen kleinen Ausschnitt aus einer grösseren Fundstelle freigelegt haben. Unbekannte Teile des keltischen Dorfes und möglicherweise weitere Töpferöfen liegen noch im Boden verborgen.
Die Grabungen füllen eine Wissenslücke über die Zeit der Kelten im Kanton Schaffhausen. Die aussergewöhnlich gute Erhaltung der Überreste machen die Fundstelle Osterfingen-Haafpünte aber auch über die Kantonsgrenze hinaus bedeutsam. Die umfangreiche Dokumentation und die zahlreichen Funde werden nun bis zu ihrer Auswertung in der Kantonsarchäologie aufbewahrt. Danach soll ein Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden