Aktuelle Wasserbauprojekte
Grenzüberschreitendes Renaturierungsprojekt an der Wutach
Die Wutach schuf sich in den vergangenen Jahrtausenden durch starke Erosion und Geschiebeumlagerungen bei Hochwasser einen ständig neuen Flusslauf in der breiten Talsohle. Deshalb wurde sie zwischen 1840 - 1850 verbaut und ist heute praktisch in ihrem ganzen alluvialen Abschnitt begradigt und eingeengt.

Das kantonale Tiefbauamt hat im Einverständnis mit der Tenger Stiftung (Landeigentümerin von 8 ha entlang der Wutach) und in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums Freiburg eine Projektstudie ausarbeiten lassen. Diese zeigt auf, wie die Wutach im Bereich "Wizemersteg" bis zum Gononwehr auf einer Länge von 1'740 m beidseits der Grenze auf Schleitheimer und auf Stühlinger Gemeindegebiet renaturiert werden soll. Dabei soll die Vernetzung des Flusses mit der Landschaft durch die Erweiterung der Verbindungszone Wasser – Land verbessert, Weich- und Hartholzauenbereiche gefördert, mehr Flussraum mit einer grösseren Dynamik und flusstypischen Strukturen wie Kiesbänken und Flachwasserzonen geschaffen werden. Im renaturierten Zustand könnte die Wutach im betreffenden Abschnitt wieder eine reichhaltige und dynamische Auenlandschaft mit Seitenarmen, Altarmen, Tümpeln und weiteren auentypischen Strukturen werden. Dabei dient das bereits bestehende, weiter oben liegende ETH-Auenwaldreservat "Seldenhalde-Seldenwiesen" als Vorbild für eine Wutachentwicklung.

Die Projektstudie formuliert ein Leitbild sowie Entwicklungsziele für den Zeitraum 2010 bis 2021. Basierend darauf wurde ein Massnahmenkonzept für die Jahre 2010/2011 sowie für die Jahre nach 2011 entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet ein etappenweises Vorgehen, wobei jeder Projektschritt für sich eine unabhängige Massnahme und wertvolle ökologische Aufwertung bildet.
Aufgrund der Projektstudie wurde für das Jahr 2010/2011 ein erstes Ausführungsprojekt erarbeitet. Dieses beinhaltet auf Schweizer Seite folgende Massnahmen:
Ausbaggerung des verlandeten Grundwasserweihers hinter der Chollplatzhütte mit einem Ausmass von ca. 60 m Länge und ca. 30 m Breite. Bei einer geplanten Aushubtiefe von 2 m bis 3 m wird sich eine mittlere Wassertiefe von ca. 80 cm einstellen.
Anbindung eines Seitenarms mit ca. 120 m Länge und ca. 10 m Breite an die Wutach im Bereich der Chollplatzhütte.
Die bestehende Chollplatzhütte wird durch Wandöffnungen und befestigte Sitzbänke aufgewertet.
Entfernen der harten Uferverbauung auf einer Länge von ca. 70 m unterhalb des Wizemersteges. Mit dieser Initialmassnahme werden für die Wutach Angriffsflächen für die Erosion geschaffen.
Aufstellen von zwei Informationstafeln zum Renaturierungsgebiet Seldenhalde bis Gononkanal bei der Chollplatzhütte und unterhalb des Wizemersteges. Informationstafel zum Projekt
Auf deutscher Seite wird der Bereich der Merenbachmündung durch Aufweitung der Wutach aufgewertet.



