Anbindung des Klettgaus an die Stadt Schaffhausen

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Nachholbedarf im Klettgau

Zu den von der Regierung definierten Entwicklungszonen zählt auch der Klettgau. Er umfasst gemäss Richtplan zahlreiche Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung sowie Gemeinden mit überregionalem Entwicklungspotential. Im Dreieck Hallau, Neunkirch und Trasadingen liegt beim Unterneuhaus ein Gebiet für Industrie- und Gewerbestandorte von überregionaler Bedeutung. 

Im Gegensatz zum Bahnangebot nach Stein am Rhein und zum Busverkehr auf der Linie der Regionalen Verkehrsbetriebe Schaffhausen (RVSH) nach Schleitheim wird der Untere Klettgau nur im Stundentakt mit einzelnen Zusatzkursen bedient.

Mit einem qualitativ und quantitativ deutlich verbesserten Angebot im Unteren Klettgau lässt sich die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsleistungen spürbar steigern. Ausgehend von der Vorgabe der geplanten Einführung eines Halbstundentakts auf der DB-Linie in den Klettgau – der von einem Doppelspurausbau auf der Linie Erzingen – Neunkirch – Beringen abhängt – sind Lösungsmöglichkeiten für die Aufhebung der Niveauübergänge zur Entflechtung des Strassen- und Schienenverkehrs erarbeitet worden. In Ergänzung dazu ist für den mittleren und unteren Klettgau ein neues Bahn- und Buskonzept mit Angebotsverdichtungen zum Halbstundentakt entwickelt worden.

Aufhebung der Niveauübergänge

Die mit Schrankanlagen geschützten Kreuzungen zwischen Strasse und Schiene im Klettgau entsprechen der Technik des 19. Jahrhunderts. Diese genügt den heutigen Verkehrsmengen und Fahrgeschwindigkeiten, verbunden mit den hohen Sicherheitsanspruchen des 21. Jahrhunderts, bei weitem nicht mehr. 

Aufbauend auf der Vorgabe, auf der DB-Linie im Klettgau den Halbstundentakt einzuführen, konnten mit der Aufhebung der Niveauübergänge Enge und Zollstrasse (Neuhausen am Rheinfall) bereits zwei Vorhaben realisiert werden. Bis auf Stufe Bauprojekt vorbereitet sind die Lösungen für die Niveauübergänge bei der Station Wilchingen/Hallau und in Neunkirch (Niveauübergänge Erlen und Grosser Letten). Die weiteren Planungs- und Realisierungsschritte sind mit dem Doppelspurausbau der DB zu koordinieren.

Bahn- und Buskonzept

Das neue Bahn- und Buskonzept sieht auf der Bahnlinie zwischen Erzingen und Schaffhau­sen den integralen Halbstundentakt vor. Für die nicht direkt durch die Bahn erschlossenen Gemeinden Hallau und Oberhallau sowie Wilchingen und Osterfingen sollen attraktive Zubrin­gerverbindungen mit dem Bus und zuverlässige Anschlüsse zwischen der Bahn und dem Bus geschaffen werden. Auf direkte Busverbindungen nach Schaffhausen soll hingegen künftig verzichtet werden. Für die Erschliessung der Gemeinde Guntmadingen wird ein Bus-Shuttle zwischen dem Ortszentrum und dem Bahnhof Beringen mit Anschluss Richtung Schaffhausen vorgeschlagen.

In der Vernehmlassung bei den Gemeinden stiess das neue Bahn- und Buskonzept für den Klettgau auf breite Zustimmung. In der Zwischenzeit sind die Planungen für den nötigen Dop­pelspurausbau und die allfällige Elektrifizierung von der Deutschen Bahn in Angriff genommen worden.

In einer nächsten Etappe soll der zweigleisige Ausbau der bestehenden DB-Linie zwischen Erzingen und Beringen realisiert werden. Von der DB wurde dafür ein Betrag von 53 Mio. € veranschlagt. Gestützt auf den bestehenden Staatsvertrag von 1852 wird der Ausbau  von Deutschland finanziert. Im Gegenzug beabsichtigt der Regierungsrat sich an der Aufhebung der Niveauübergänge bei der Station Wilchingen-Hallau und in Neunkirch finanziell zu beteiligen, soweit Kantonsstrassen betroffen sind. Das entsprechende Bauprojekt sieht Kosten von rund 14,5 Mio. CHF vor. Das Projekt soll bis spätestens 2012 realisiert werden.

 Gleichzeitig ist die Aufhebung der Niveauübergänge bei Neunkirch geplant. Die entsprechenden Planungen sind inzwischen weit fortgeschritten. Die Kosten des vorliegenden Bauprojektes sind auf 19,5 Mio. CHF veranschlagt.

Die Verkehrsinfrastruktur im Klettgau stammt aus dem vorletzten Jahrhundert und stösst an ihre Kapazitäts- und Leistungsgrenzen. Die vom Regierungsrat zusammen mit der Deutschen Bahn geplanten Investitionen und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Klettgau sind eine wichtige Vorraussetzung für die Verbesserung der Standortgunst unserer Region für Wohnen und Arbeiten und für die Entlastung von Neuhausen am Rheinfall vom Durchgangsverkehr. Sie ergänzen die bereits beschlossenen Massnahmen zur Stärkung der Wirtschaftsförderung und des Wohnortmarketings und führen zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen. Sie tragen zu einer gesicherten Zukunft und nachhaltigen Entwicklung der Region Klettgau als Wirtschafts- und Lebensraum bei.