Aufgaben und Zuständigkeiten

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Die Kantonsarchäologie erforscht die Geschichte jener Zeitabschnitte bzw. jener Objekte, über die keine oder keine ausreichenden Quellen in Form von Schriftstücken und Plänen vorhanden sind. Der Aufgabenkreis umfasst alle Zeitabschnitte, von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Aufgaben sind:

  • Lokalisierung neuer Fundstellen mittels Prospektion
  • Schutz von Fundstellen und geschichtlichen Stätten durch Bezeichnung von archäologischen Fundzonen
  • Untersuchung und Dokumentation gefährdeter Fundstellen und Bauten durch Ausgrabungen und Gebäudeaufnahmen
  • Wissenschaftliche Auswertung und Publikation der Funde und Befunde
  • Konservierung, Restaurierung und Aufbewahrung der Funde
  • Aufsicht, Konservierung und Unterhalt von Ruinen und geschichtlichen Stätten
  • Orientierung der Öffentlichkeit durch Medienberichte, Publikationen, Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Hinweistafeln im Gelände
  • Erteilen von Auskünften
  • Beratung im Zusammenhang mit Baugrund, Altlasten und Restaurierungsprojekten
  • Betreuung der archäologischen Abteilung im Museum zu Allerheiligen
  • Unterstützung lokaler Museen und Sammlungen

Eine Übersicht über unsere Aufgaben haben wir – ausführlich bebildert – hier zum Download zusammengestellt.

Zur archäologischen Forschung im Kanton Schaffhausen

Das regionale Interesse an der Erforschung der Frühgeschichte des Menschen erwachte Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum standen anfänglich drei Schwerpunkte: 1. Die jungpaläolithische Besiedlung und ihre Kleinkunst, ausgehend von den Entdeckungen im Kesslerloch und an der Schussenquelle; 2. Die Erforschung der Pfahlbauten im Bodenseeraum und im Federseegebiet; 3. Die Erforschung der keltisch-römischen Bodendenkmäler und Funde. Diese drei Schwerpunkte bildeten im 19. Jahrhundert auch das chronologische Gerüst der schweizerischen Urgeschichtsforschung. Die Grabungs-Unternehmungen des 19. Jahrhunderts stellen archäologische Pionierarbeit dar, durchgeführt auf der Basis von Eigeninitiative in einer Mischung von wissenschaftlichem Interesse und Schatzgräberei. Eine staatliche Regelung für archäologische Bodenaltertümer bestand damals noch nicht, so dass Funde in privater Hand verbleiben konnten. Da die meisten frühen Grabungen auch von privater Hand finanziert worden sind, ist es nicht verwunderlich, dass nicht selten Einzelobjekte oder ganze Sammlungen im In- und Ausland verkauft worden sind. Mit der Schaffung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) 1907, und dem Einführungsgesetz des Kantons Schaffhausen vom 27. Juni 1911, begann eine neue Phase für die Archäologie. Mit diesem Gesetz werden archäologische Bodendenkmäler und Funde grundsätzlich als Eigentum der Kantone erklärt und ihre Erforschung geht in die Kompetenz einer kantonalen Fachinstanz über.