Einkommenssteuern

Diese Seite drucken (in neuem Fenster)

Einkünfte im In- und Ausland

Grundsatz
Tragen Sie Ihr gesamtes Einkommen (im In- und Ausland), das gesamte Einkommen Ihres Ehegatten und den Vermögensertrag Ihrer minderjährigen Kinder auf den entsprechenden Zeilen ein (Ziffer 1 bis 9).

Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit

Haupterwerbstätigkeit
Als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit sind alle auf Grund oder im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis empfangenen Leistungen anzugeben, ohne Rücksicht auf ihre Bezeichnung und die Form der Ausrichtung.

  • Anzugeben sind insbesondere auch Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen
  • als Spesenvergütungen bezeichnete Leistungen, denen keine entsprechenden Ausgaben gegenüberstehen
  • Naturalbezüge (vgl. Rückseite des kantonalen Lohnausweisformulars)
  • vom Arbeitgeber direkt vergütete Lebenshaltungskosten

Das Einkommen ist durch Lohnausweis zu belegen. Massgebend für den Übertrag in die Steuererklärung ist der Nettolohn II (d.h. der Lohn nach Abzug von AHV/IV/EO- und ALV-Prämien, der laufenden Beiträge an Personalvorsorgeeinrichtungen sowie der Prämien an die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung).

Bestehen Unterbrüche in der Erwerbstätigkeit, so sind diese ausdrücklich zu bezeichnen und der Grund dafür ist zu nennen (z.B. Weiterbildung / Rekrutenschule).

Spesenentschädigungen gelten als steuerbares Einkommen, soweit sie nicht Ersatz von berufsnotwendigen Auslagen darstellen. Liegt kein von der Steuerverwaltung geprüftes Spesenreglement vor, so können Auslagen von den Steuerbehörden überprüft werden, in diesem Fall sind sie von den Steuerpflichtigen nachzuweisen. Ein Privatanteil ist auszuscheiden, beispielsweise für die private Nutzung des Geschäftsautos, wenn Sie dafür dem Arbeitgeber keine marktübliche Entschädigung zu entrichten hatten.

Arbeitslosentaggelder sind ebenfalls unter dieser Ziffer zu deklarieren.

Nebenerwerbstätigkeit
Als unselbständiger Nebenerwerb gilt eine Erwerbstätigkeit, die neben einem Haupterwerb ausgeübt wird. Wird kein Haupterwerb, dafür mehrere gleichwertige Nebenerwerbstätigkeiten ausgeübt, so gelten diese gemeinsam
als Haupterwerb und sind unter Ziffer 1.1. zu deklarieren.
Einkünfte aus Nebenerwerb sind u.a. Vergütungen für Tätigkeit in Behörden, für journalistische, künstlerische, literarische, wissenschaftliche oder sportliche Tätigkeiten, für Gutachten, Mitarbeit in einer Behörde, Leitung von Vereinen, nebenamtliche Lehrertätigkeit, Buchhaltungsarbeiten, handwerkliche Arbeiten, Hauswart usw. Besteht die Entschädigung ganz oder teilweise in einer Mietzinsreduktion (z.B. bei einem Hauswart), so ist die Differenz zwischen normalem und reduziertem Mietzins als Einkommen zu deklarieren.
Die Einkünfte müssen durch einen Lohnausweis belegt werden.

Verwaltungsratshonorare, Sitzungs- und Taggelder sowie Tantiemen sind anzugeben, soweit sie nicht bereits zusammen mit den übrigen Erwerbseinkünften deklariert worden sind. Der Nebenerwerbsabzug kann nur dann geltend gemacht werden, wenn die damit verbundenen Unkosten nicht gesondert vergütet werden, was in der Regel der Fall ist.

Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit

Haupterwerbstätigkeit aus Handel, Gewerbe, freien Berufen, Landwirtschaft
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit umfasst alle Einkünfte aus Handel, Gewerbe, freien Berufen, Landwirtschaft und dem gewerbsmässigen Handel mit Liegenschaften und Wertschriften usw..
Dazu zählen auch Kapitalgewinne aus Veräusserung und Überführung, Verwertung oder buchmässiger Aufwertung des Geschäftsvermögens.

Ebenso zählen zum Einkommen:

  • Naturalbezüge aus dem eigenen Geschäft
  • Mietwert der Wohnung im eigenen Geschäftshaus
  • Leistungen des eigenen Betriebs für private Zwecke (Eigenleistungen)

Die Naturalbezüge aus dem eigenen Betrieb sind mit dem Betrag anzurechnen, den der Steuerpflichtige ausserhalb seines Geschäfts dafür hätte zahlen müssen. Das Merkblatt N 1/2007 enthält für die Bewertung der Privatanteile nähere Angaben.

Führen Sie keine kaufmännische Buchhaltung, so ist der entsprechende Branchenfragebogen oder der Fragebogen für Selbständigerwerbende ohne kaufmännische Buchhaltung auszufüllen.

Wenn Sie eine Buchhaltung führen, reichen Sie die im Kalenderjahr 2002 abgeschlossene, unterzeichnete Bilanz und Erfolgsrechnung ein. Nicht buchführungspflichtige Selbständigerwerbende sind aufzeichnungspflichtig. Sie haben Aktiven und Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie Privatentnahmen und Privateinlagen vollständig aufzuzeichnen. Die Anforderungen an diese Aufzeichnungen sind:

  • Die Aufzeichnungen über die Einnahmen und Ausgaben sind täglich, lückenlos und wahrheitsgetreu vorzunehmen, Bleistifteintragungen sind nicht zulässig
  • bei allen Einnahmen und Ausgaben sind ausser den entsprechenden Daten auch die Namen der Leistenden und der Empfänger anzugeben. Bei den Ausgaben ist immer der Zahlungsgrund zu vermerken (z.B. Miete, Löhne etc.)
  • die Inventare über die Warenvorräte (Handelswaren, Rohstoffe, Betriebsmaterial, Halb- und Fertigfabrikate) und angefangene Arbeiten müssen detaillierte Angaben über die Menge, die Werte und Warenarten umfassen
  • die Verzeichnisse über Vermögenswerte sowie der Schulden müssen die für eine zuverlässige Überprüfung notwendigen Einzelheiten enthalten. Die Angabe von Globalbeträgen genügt nicht. So ist beispielsweise in den Aufstellungen über die Debitoren und Kreditoren jeder einzelne Schuldner/ Gläubiger mit Namen und Adresse, Forderungs-/Schuldbetrag anzugeben.

Steuerpflichtige, die eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, haben Urkunden und sonstige Belege, die mit dieser Tätigkeit in Zusammenhang stehen, während zehn Jahren aufzubewahren.

Vom Einkommen der Steuerperiode können Verluste aus den sieben vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Einkommens der Vorjahre nicht berücksichtigt werden konnten.

Nicht abziehbar sind Eigenlohn, Eigenkapitalzinsen, Aufwendungen für die Anschaffung oder Verbesserung von Vermögensgegenständen, Tilgung von Schulden, bezahlte Einkommens- und Vermögenssteuern, Haushaltungskosten sowie Prämien für private Versicherungen.

Die Erträge der zum Geschäftsvermögen gehörenden Wertschriften und sonstigen Kapitalanlagen sind nicht wie bis anhin vom Geschäftsertrag in Abzug zu bringen. Sie sind unter dieser Position zu belassen, dafür sind sie im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis vom Total der Bruttoerträge abzuziehen.

Gehören Selbständigerwerbende einer beruflichen Vorsorge der Säule 2 an, so können Sie der Buchhaltung nur den sogenannten Arbeitgeberanteil belasten. Als Arbeitgeberanteil gilt derjenige Anteil, den der Arbeitgeber üblicherweise, d.h. im Falle unabhängiger Dritter, für sein Personal leistet. Ist kein Personal vorhanden, gilt die Hälfte der Beiträge als Arbeitgeberanteil. Der Arbeitnehmeranteil ist unter Ziffer 15.4 in Abzug zu bringen. Beiträge
an die Säule 3a sind immer zu 100 Prozent unter der Ziffer 13 zu deklarieren.

Nebenerwerbstätigkeit
Bei selbständigem Nebenerwerb wird eine Zusammenstellung über Einnahmen und Ausgaben verlangt, die Anforderungen an diese Zusammenstellung sind analog der Umschreibung in vorstehender Ziffer. Unter selbständigen Nebenerwerb fallen unter anderem Vermittlungsprovisionen, Gutachterhonorare, Entschädigungen für Buchhaltungsarbeiten oder Privatunterricht. Der Berufsauslagenabzug unter Ziffer 10 entfällt.

Einkommen aus in- und ausländischen Kollektiv- und Kommanditgesellschaften und einfachen Gesellschaften
Das Einkommen aus einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft ist gemäss den Angaben zu deklarieren, welche die Gesellschaft in ihrem Fragebogen für Kollektiv- und Kommanditgesellschaften gemacht hat. Enthält dieses Einkommen verrechnungssteuerbelastete Kapitalerträge, so kann der Rückerstattungsanspruch mittels Antragsformular 25 bei der Eidg. Steuerverwaltung, 3003 Bern, geltend gemacht werden. Das Formular kann bei der Kantonalen Steuerverwaltung bezogen werden. Eine Rückerstattung der zu Lasten der Gesellschaft abgezogenen Verrechnungssteuer kann nicht über die persönlichen Wertschriften- und Guthabenverzeichnisse der einzelnen Gesellschafter beantragt werden.

Persönliche AHV-Beiträge Selbständigerwerbender
Gemäss AHV-Gesetzgebung sind die Steuerbehörden verpflichtet, nebst dem selbständigen Erwerbseinkommen und dem Eigenkapital neuerdings auch die persönlichen AHV-Beiträge der Selbständigerwerbenden an die Ausgleichskasse zu melden. Weil diese Beiträge im Ergebnis des Geschäftes bzw. Landwirtschaftsbetriebes bereits abgezogen sind, ist der Eintrag in der Vorkolonne unerlässlich. Zudem ist der Steuererklärung eine Kopie des Aufwandkontos «persönliche AHV-Beiträge» beizulegen. Es ist im eigenen Interesse darauf zu achten, dass alle Einkünfte, auf denen der Arbeitnehmerbeitrag an die AHV/IV/EO bereits abgezogen worden ist, nicht unter Ziffer 2, sondern in den anderen Ziffern der Steuererklärung deklariert werden.