Entsorgung radioaktiver Abfälle

Diese Seite drucken (in neuem Fenster)

Der Umgang mit Atomenergie und radioaktiven Abfällen ist im Kernenergiegesetz und in der Kernenergieverordung geregelt.

Im Konzeptteil des Sachplans Geologische Tiefenlager wird das Verfahren für die Standortwahl definiert. Oberste Priorität haben sicherheitstechnische Kriterien: Der langfristige Schutz von Mensch und Umwelt muss sichergestellt sein. Eine wesentliche Rolle spielen auch sozio-ökonomische und raumplanerische Aspekte sowie die Mitwirkung der betroffenen Kantone und Regionen.

Standortsuche / Standortauswahlverfahren

Die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle Nagra ist von den Verursachern radioaktiver Abfälle beauftragt, Lösungen für eine sichere, dem Menschen und der Umwelt verpflichtete Entsorgung der radioaktiven Abfälle in der Schweiz zu erarbeiten und zu realisieren. Die Verursacher sind Atomkraftwerke, Forschung und Medizin. Die letzten beiden verursachen nur einen sehr kleinen Teil der strahlenden Abfälle. Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle für alle diese Institute soll in einem Tiefenlager realisiert werden.

Im April 2008 startete das Sachplanverfahren "Geologische Tiefenlager". Das Verfahren der Standortsuche für ein Tiefenlager ist in drei Etappen gegliedert. Die erste Etappe wurde Ende 2011 abgeschlossen, momentan läuft die zweite Etappe.

Der Kanton Schaffhausen ist von drei potenziellen Standortregionen betroffen, welche die Nagra vorgeschlagen hat: Südranden, Zürich Nordost und Lägern Nord.

Die folgenden Links enthalten die wichtigsten Informationen zum Ablauf des Sachplanverfahrens:

Radioaktive Abfälle
Entsorgungskonzept (EKRA-Konzept)
Entsorgungsnachweis
Entsorgungsprogramm (Ausgabe Oktober 2008)
Sachplan "Geologische Tiefenlager"
Faktenblätter des BFE zur Standortsuche

Unter folgenden Webseiten finden Sie periodische Publikationen des BFE und der Nagra zum Thema:

Newsletter des Bundesamtes für Energie
Focus Entsorgung
Newsletter der Nagra

Technische Fragen zum Tiefenlager können Sie über den folgenden Link durch Experten bearbeiten lassen: Technisches Forum Sicherheit

Regionale Partizipation

Im laufenden Verfahren können die Gemeinden der möglichen Standortregionen regionale Interessen im Sachplanverfahren vertreten, insbesondere raumplanerische und sozio-ökonomische Belange (Regionalkonferenzen). Die Bevölkerung sowie Interessenorganisationen, politische Parteien, Verbände usw. können in jeder Etappe mitwirken und zu den Vorschlägen, Gutachten und Schlussfolgerungen Stellung nehmen:

Regionalkonferenz Südranden

             

Regionalkonferenz Jura Ost

Regionalkonferenz Zürich Nordost

 

Regionalkonferenz Jura Südfuss

Regionalkonferenz Lägern Nord

 

Regionalkonferenz Wellenberg

Haltung Kanton Schaffhausen

Der Regierungsrat begleitet den Prozess konstruktiv, aber sehr kritisch. Er ist einverstanden mit dem im Kernenergiegesetz festgehaltenen Grundsatz, dass Sicherheit die oberste Priorität haben muss.

Im Übrigen fordert der Regierungsrat,

  • dass alle Standorte in der gleichen wissenschaftlichen Tiefe auf ihre Eignung und Sicherheit  hin überprüft werden,
  • dass mindestens drei in unterschiedlichen Regionen gelegene Standorte je für hoch- und für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auszuwählen sind (HAA resp. SMA), bevor die Standortsuche weiter eingeengt wird,
  • dass unmittelbare und mittelbare sozio-ökonomische Auswirkungen sowie Daten zum "Image" und "Gesellschaftlichen Zusammenhalt" über alle potentiellen Standortregionen mit der gleichen Methode und wissenschaftlichen Tiefe erhoben werden,
  • dass das Verfahren transparenter sein muss und dass die Aufsicht über alle am Prozess beteiligten, eidgenössischen Gremien nach in der Schweiz geltenden politischen Grundsätzen erfolgt (u.a. Unabhängigkeit der Aufsichtsorgane von den Beaufsichtigten),
  • dass den Gemeinden, Regionen und Kantonen, Verbänden, Interessensgruppen und Parteien genügend Zeit eingeräumt wird für Abklärungen, Stellungnahmen und Vorschläge.

Zudem ist der Regierungsrat wie alle Behörden im Kanton Schaffhausen verpflichtet, mit allen rechtlichen und politischen Mitteln darauf hinzuwirken, dass auf Kantonsgebiet und dessen angrenzender Nachbarschaft keine Lagerstätten für radioaktive Abfälle errichtet und keine vorbereitenden Handlungen vorgenommen werden.

In folgenden Links finden Sie Informationen zur Haltung des Kantons Schaffhausen:

Im Übrigen hat der Regierungsrat die Arbeitsgruppe Geologisches Tiefelager AGT eingesetzt, welche das vom Bund geführte Verfahren der Standortevaluation begleitet und den Regierungsrat beratend unterstützt.
 

Parlamentarische Vorstösse

Liste von weiteren Links

Es werden hier NUR Links aufgeführt, die nicht bereits vorher auf dieser Webseite  erwähnt sind und einen nahen Zusammenhang mit der Entsorgung radioaktiver Abfälle haben.

Bund
Informationen über Strahlenschutz

Deutsche Nachbarn
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Bund für Umwelt und Naturschutz, Deutschland, Regionalverband Südlicher Oberrhein

Bundesamt für Strahlenschutz