Ergebnisse der kantonalen strategischen Planungen

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Am 18. November 2014 hat der Schaffhauser Regierungsrat die "Revitalisierungsplanung" genehmigt und die beiden Planungen "Sanierung Geschiebehaushalt" und "Sanierung Fischwanderung" an Fliessgewässern  zur Kenntnis genommen. Die Planungen wurden vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) überprüft und im August 2015 gutgeheissen, so dass nun bei der Revitalisierungsplanung die Projektierungs- und Umsetzungsphase beginnt.


Revitalisierungsplanung Fliessgewässer
Gemäss Vorgaben des BAFU muss der Kanton Schaffhausen in den kommenden 80 Jahren Fliessgewässer- abschnitte von rund 40 km bzw. rund 10 km in den nächsten 20 Jahren revitalisieren. Priorisiert werden dabei Gewässerabschnitte, deren Revitalisierung einen mittleren oder hohen Nutzen für die Natur und Landschaft im Verhältnis zum voraussichtlichen Aufwand aufweisen. In der nun vorliegenden 20-Jahresplanung wurden 45 zu revitalisierende Gewässerabschnitte mit einer Gesamtlänge von 13.8 km festgelegt. Von diesen prioritären Gewässerabschnitten sind 29 verschiedene Gewässer betroffen: 2.1 km kantonale Abschnitte (Gewässer 1. Klasse: Rhein, Biber, Wutach) und 11.7 km kommunale Abschnitte (Gewässer 2./3. Klasse). Für alle prioritä-ren Abschnitte wurden grobe Aufwertungsmassnahmen definiert, die nun im Rahmen der Detailprojektierung durch die zuständigen Gemeinden bzw. den Kanton konkret festgelegt werden müssen. Das kantonale Planungs- und Naturschutzamt wird dafür sorgen, dass die Revitalisierungsplanung in der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt wird.
- Schlussbericht 
- Massnahmentabelle  
- Plan mit prioritären Gewässerabschnitten 
- Plan mit ökologischen Grundlagen 
- Revitalisierungsprojekte: Informationen und Ablaufschema  


Sanierung Geschiebehaushalt
Die im Zwischenbericht festgestellten Defizite wurden mit dem Herbst 2014 erstellten Schlussbericht bestätigt. Wesentliche Beeinträchtigungen des Geschiebehaushalts wurden am Rhein, an der Biber, an der Durach und mehreren Durachzuflüssen sowie im geringeren Masse am Seegraben festgestellt. Die stärksten Beeinträchti-gungen wurden im Einzugsgebiet der Durach festgestellt. Aus dem Mülitalbach, Hohlgraben, Dostentalbach, Hemmentalerbach sowie an der Durach selber wird an diversen Stellen sämtliches Geschiebe entnommen. Die Geschiebeentnahmen aus der Durach bewirken auch auf den Rhein eine wesentliche Beeinträchtigung. Von den insgesamt 42 bewerteten Anlagen verursachen 14 eine wesentliche Beeinträchtigung und sind sanie-rungsbedürftig. Die vorgeschlagenen Massnahmen sind vor allem betrieblicher, aber auch baulicher Art. Die nun vorliegende beschlossene Planung legt fest, welche Anlagen bis wann saniert werden müssen. 2015/16 werden stellenweise noch Zusatzuntersuchungen durch den Kanton notwendig sein, um die geeignetsten Massnahmen festlegen zu können, so dass der Geschiebehaushalt bis 2020 an allen betroffenen Schaff-hauser Bächen saniert sein wird.
- Schlussbericht  
- Plan 1  
- Plan 2  


Wiederherstellung der Fischwanderung
Die im Zwischenbericht festgestellten Defizite wurden mit dem Herbst 2014 erstellten Schlussbericht bestätigt. Beim Rhein und der Wutach handelt es sich im Bezug auf die Fischgängigkeit um ökologische Vorrangge-wässer, weshalb für einige Kraftwerksanlagen an diesen Gewässern ein Sanierungsbedarf besteht, da sie die natürliche Fischwanderung wesentlich beeinträchtigen. Von den Kraftwerksanlagen im Kanton Schaffhausen wurde am Kraftwerk Schaffhausen, am Kraftwerk Wunderklingen (Hallau) sowie am stillgelegten Kraftwerk Oberwiesen (Wutachkanal in Schleitheim) eine wesentliche Beeinträchtigung der Fischwanderung festgestellt. Die beiden ersten Anlagen sind sowohl bezüglich Fischaufstieg als auch bezüglich Fischabstieg sanierungs-bedürftig, beim ehemaligen Maschinenhaus in Oberwiesen ist hingegen nur eine Massnahme für den Fisch-abstieg nötig. - Am Kraftwerk Neuhausen am Rheinfall sowie am Pumpspeicherwerk Engeweiher sind hingegen keine Massnahmen nötig. Die nun vorliegende beschlossene Planung legt fest, welche Anlagen bis wann saniert werden müssen. Die Betreiber der aktiven Kraftwerke werden in den kommenden Jahren weitere Untersuchungen durchführen müssen, um die geeignetsten Massnahmen festlegen zu können.
- Schlussbericht  


Sanierung Schwall-Sunk
Im März 2013 hat der Kanton Schaffhausen einen abschliessenden Bericht ans BAFU eingereicht. Von den Kraftwerksanlagen im Kanton Schaffhausen weist lediglich das Pumpspeicherwerk Engeweiher einen Schwall-Sunk-Betrieb auf. Diese Anlage wird heute vom Kraftwerk Schaffhausen betrieben und bildet zusammen mit diesem eine betriebliche Einheit. Das Pumpspeicherwerk Engeweiher führt nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung des Rheins im Sinne von Art. 41e GSchG. Der Bericht kommt zum Schluss, dass das Pumpspeicherwerk Engeweiher nicht sanierungspflichtig ist. Es sind daher keine Massnahmen erforderlich.
- Abschliessender Zwischenbericht  

 

Stand: 24. September 2015