La-Hoguette-Keramik

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Bei Ausgrabungen in Gächlingen konnte die bisher älteste bandkeramische Dorfgründung am Hochrein dokumentiert werden. Ihr Ende wird sie nach den bisherigen Funden kurz nach 5000 v.Chr. gefunden haben. Dabei konnte ein reicher Fundus an neolithischen Artefakten geborgen werden. Besonders zahlreich sind Keramikscherben, Geräte aus Felsgestein, Silexartefakte und verziegelte Lehmbrocken.
Unter den frühneolithischen Scherben fielen schon früh Stücke auf, die durch besondere Tonbeschaffenheit und eigenständigen Dekor aus dem üblichen Rahmen fielen. Sie stehen in westmediterraner Tradition und können der sogenannten La Hoguette-Gruppe zugeordnet werden. Überreste dieser frühneolithischen Keramikerscheinung kommen fast regelmässig in bandkeramischen Fundzusammenhängen vor. Reine La Hoguette Siedlungen sind nach wie vor äusserst selten, wenn man von vereinzelten Scherbenensembles unter Felsüberhängen und in Höhlen des französisch-schweizerischen Jurabogens absieht. Die Kenntnisse der Lebensweise der La Hoguette Siedler sind daher noch äusserst lückenhaft.
Der Nachweis von La Hoguette-Keramik in Gächlingen und im grenznahen Singen (Baden-Württemberg) wirft grundlegende Fragen zur Neolithisierung der Hochrheinregion und des schweizerischen Mittellandes auf. Es gilt zu klären, warum die bandkeramischen Siedler, die doch bereits in einer recht frühen Expansionsphase die Hochrheinregion erreicht hatten, nicht bis in die Gebiete südlich des Rheins vorgestossen sind. Waren diese Gegenden etwa schon von La Hoguette-Siedlern bewohnt, oder gab es andere Gründe, warum die bandkeramischen Pioniere den Hochrhein, den sie kaum als natürliche Grenze empfunden haben konnten, scheinbar nie überschritten? Wie kennzeichnend sind die bisherigen Funde für die betreffende Epoche wirklich? Könnte das Fehlen bandkeramischer Elemente in den Kantonen Aargau, Zürich und Thurgau nicht auch auf eine zufallsbedingte Fundlücke zurückzuführen sein?

Objekt:
Keramikscherben

Datierung:
Neolithikum, La Hoguette-Kultur (ca. 5300–5000 v.Chr.)

Fundort:
Gächlingen-Goldäcker