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13.07.2017
Netzwerk Buch und Literatur fördern

Die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein planen, gemeinsam die hiesige Buch- und Literaturlandschaft zu stärken. Mit dem gemeinsamen vierjährigen Pilot-Förderprogramm «Buch und Literatur Ost+», das auf die Weiterentwicklung bestehender Werke fokussiert, soll das Netzwerk in der Region gestärkt werden.

Aufgrund aktueller Diskussionen zur Buch- und Literaturförderung in der Schweiz und der Bedeutung des Buch- und Literaturwesens in der Ostschweiz plant die Kulturbeauftragten-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein (KBK Ost) ein vierjähriges Pilot-Förderprogramm für die Literatur und das Buch, ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten in den einzelnen Kantonen. Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Buchwesen und der Literaturlandschaft in der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein zu stärken.

Kooperative Förderprojekte besonders wirkungsvoll

Im Nationalen Kulturdialog, in dem sich Bund, Kantone, Städte und Gemeinden koordinieren, stellte die Arbeitsgruppe Literaturpolitik fest, dass in der aktuellen Situation der schweizerischen Buch- und Literaturlandschaft regionen- oder kantonsübergreifende Kooperationsprojekte von grosser Bedeutung sind: Kooperative Förderprojekte zwischen Kantonen, Städten und allenfalls dem Bund zeitigen überdurchschnittliche Wirkung. Die im Frühling 2016 vorgenommene Standortbestimmung der Buch- und Literaturlandschaft in der Ostschweiz durch die KBK Ost unter Einbezug unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure bestätigte, dass die kantonsübergreifende Förderung und dabei die Stärkung des Netzwerkes als wichtig beurteilt werden. Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Thurgau, St.Gallen, Zürich sowie das Fürstentum Liechtenstein gehen deshalb auch in der Buch- und Literaturförderung einen gemeinsamen Weg – ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten. Dies erfolgt auch mit Blick auf die guten Erfahrungen und den Erfolg des bereits elfjährigen gemeinsamen Förderprogramms TanzPlan Ost.

Zusammenspiel fördern

Basierend auf einem Konzept der Schriftstellerin Dorothee Elmiger und des Kulturvermittlers Johannes Stieger werden in den nächsten vier Jahren Projekte gefördert, die ausgehend von einem bestehenden Werk das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren intensivieren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. Es geht um die Wechselwirkungen zwischen Autorinnen und Autoren, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken, Literaturhäusern und Literaturveranstaltenden, Vermittelnden und dem Publikum beziehungsweise den Leserinnen und Lesern. Diese Projekte sollen dazu beitragen, dass interessante und qualitativ hochstehende Texte und Bücher ihren Weg zum Publikum (wieder)finden und für das Publikum greifbar werden. Das Pilot-Förderprogramm ist als offener Prozess angelegt mit dem Ziel, das Netzwerk zu stärken.

Vierjähriges Förderprogramm

Das Pilot-Förderprogramm umfasst die Jahre 2017 bis 2020. Es wird mit einem Rahmenkredit von rund 400‘000 Franken gerechnet. Damit sollen bis zu acht Projekte mit Bezug zur Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein gefördert und zwischen 80 und 130 Personen einbezogen werden. Für die Auswahl der zu fördernden Projekte wird eine siebenköpfige interkantonale Projektsteuerung mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Literatur- und Buchnetzwerk sowie Vertretungen aus den Kantonen eingesetzt. Der Projektsteuerung gehören neben Johannes Stieger, St.Gallen, und Dorothee Elmiger, Innerrhoden und Zürich, der Autor Mathias Ospelt, Liechtenstein, Jens Lampater, Stadttheater Schaffhausen, sowie Corina Freudiger, Leiterin Kaufleuten Kultur, Zürich, an. Margrit Bürer, Leiterin Amt für Kultur Kanton Appenzell Ausserrhoden, und Fritz Rigendinger, Staatsarchivar Kanton Glarus, begleiten die Projektsteuerungs-Gruppe seitens der Kantone. Die Geschäftsführung liegt bei der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, bei Sabina Brunnschweiler. Die Kantone teilen sich die Kosten für die Pilotförderung.