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08.06.2018
Hohe Qualität in den Wäldern dank Netzwerk von Alt- und Totholz

Die diesjährige Informationsveranstaltung des Baudepartements und des Kantonsforstamts widmet sich dem Thema «Netzwerk Alt- und Totholz«. Der Schaffhauser Wald ist für die Biodiversität von grosser Bedeutung. Anlässlich eines Waldbesuchs im Kantonswaldrevier Griesbach wurden Biotopbäume und eine Altholzinsel besucht sowie verschiedene Aspekte zum Totholz und dessen Bedeutung für die Biodiversität vorgestellt. Ein Netzwerk von Waldreservaten, Altholzinseln und Biotopbäumen sorgt für eine ökologisch hochstehende Qualität in unseren Wäldern.

Als einem der letzten grossflächigen, zusammenhängenden und noch weitgehend intakten Lebensräume, kommt dem Wald eine besondere Bedeutung zu. Etwa 60 % der bisher bekannten 50'000 in der Schweiz lebenden Tier-, Pilz- und Pflanzenarten leben im Wald. Rund 20 % der waldbewohnenden Arten sind auf Alt- und Totholz angewiesen. Die ökologische Qualität der Wälder hat in den vergangenen Jahren zugenommen und ist im Vergleich zu anderen Ökosystemen insgesamt auf hohem Niveau. Dennoch ist es für den langfristigen Erhalt der heimischen Flora und Fauna wichtig, die Lebensraumvielfalt auch im Wald weiter zu fördern. Die Erhaltung der Biodiversität und Förderung von Lebensraum ist ein wichtiges Anliegen der Forstwirtschaft.

Totholz ist ein sehr artenreicher Lebensraum und gehört zum natürlichen Waldzyklus. In Naturwaldreservaten und Altholzinseln hat die Natur Vorrang vor den Interessen des Menschen. In diesen beiden Reservatstypen wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald natürlich entwickeln kann. Hauptziel ist die Sicherung von Refugien für Pflanzen- und Tierarten, die auf fortgeschrittene Entwicklungsphasen, alte Bäume und Totholz angewiesen sind. Somit dienen Naturwaldreservate und Altholzinseln der Förderung und Erhaltung der biologischen Vielfalt. Diese Waldreservate, Altholzinseln und Schutzobjekte werden ergänzt durch Biotopbäume, sodass ein Netzwerk an wichtigen Lebensraumstrukturen wie z.B. Totholz entsteht.

Momentan sind im Kanton Schaffhausen 108.5 ha Naturwaldreservate und 41.8 ha Altholzinseln ausgeschieden. Weitere 437.2 ha sind Sonderwaldreservate, in denen gezielte Eingriffe zugelassen sind, welche das Schutzziel des Reservats fördern. Im kantonalen Richtplan sind zusätzlich weitere 574.8 ha Wald als Naturschutzzone, Naturschutzobjekte oder Vorranggebiet behördenverbindlich geschützt. Insgesamt sind so knapp 9 % der Schaffhauser Waldfläche behördenverbindlich geschützt, in der die Natur Vorrang hat.

Biotopbäume (Bäume, die natürlich absterben sollen) sind als einzelne Elemente auch ausserhalb speziell bezeichneter Altholzinseln von grosser Bedeutung. Bereits jetzt stehen unzählige Biotopbäume in unseren Wäldern. Im Kanton Schaffhausen sollen bis 2019 als Pilotprojekt 120 Biotopbäume bezeichnet und im Wald markiert werden, mit dem Ziel, dies in den folgenden Jahren weiterzuführen und mehr Biotopbäume ausscheiden zu können. Bund und Kanton unterstützen mittels Programmvereinbarungen die Einrichtung von Waldreservaten, Altholzinseln und Biotopbäumen.