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28.02.2017
Kanton Schaffhausen rüstet sich für demografischen Wandel

Der Regierungsrat hat im Rahmen eines Projektes die demografische Entwicklung im Kanton Schaffhausen bis ins Jahr 2040 sowie die Auswirkungen auf verschiedene – vom Kanton und seinen Gemeinden beeinflussbare – Handlungsfelder untersuchen lassen. Im nun vorliegenden Bericht «Demografiestrategie Kanton Schaffhausen» wird der Handlungsbedarf zur Bewältigung der demografiebedingten Herausforderungen in vier strategischen Schwerpunkten verdichtet, und es werden insgesamt 28 Massnahmen formuliert, die weitgehend Eingang in das Legislaturprogramm 2017–2020 gefunden haben. Der Bericht wird dem Kantonsrat im Rahmen einer Orientierungsvorlage überwiesen. Es ist Sache der politischen Behörden auf Kantons- und Gemeindeebene, die vorgeschlagenen Massnahmen umzusetzen.

Wie viele Menschen werden bis im Jahr 2040 im Kanton Schaffhausen leben? Wie viele von ihnen werden ihre Schulbildung in Schaffhausen durchlaufen, wie viele als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, wie viele als Hochbetagte einmal Pflegedienstleistungen benötigen? Welche Massnahmen sind notwendig, um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu bewältigen? Die kantonale Demografiestrategie gibt Antworten auf diese und weitere Fragen.

Entwicklung der Schaffhauser Bevölkerung bis 2040

Die Bevölkerung des Kantons Schaffhausen wird bis 2040 voraussichtlich um jährlich 0.64 Prozent auf 88'755 Einwohnerinnen und Einwohner wachsen, dies allerdings ausschliesslich aufgrund der Zuwanderung. Der Anteil der über 79-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird gegenüber dem Jahr 2012 um knapp 5 Prozent auf über 10 Prozent zunehmen, wogegen der Anteil der erwerbsfähigen Einwohnerinnen und Einwohner zwischen 2012 und 2040 um rund 7 Prozent zurückgehen wird. Obwohl der Anteil zugewanderter Personen im erwerbsfähigen Alter mit deutscher Muttersprache höher sein wird als heute, werden im Jahr 2040 mehr Kinder nicht-deutscher Muttersprache eingeschult werden. Das sind – unter anderem – Erkenntnisse aus der «Demografiestrategie Kanton Schaffhausen», welche der Regierungsrat auf Beginn der neuen Legislaturperiode erarbeiten liess und welche heute veröffentlicht wurde.

Auswirkungen der demografischen Veränderungen

Der demografische Wandel beeinflusst somit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik im Kanton Schaffhausen grundlegend: Die Gesundheits- und Sozialkosten werden bis 2040 weiter steigen, dem Arbeitsmarkt im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die Einnahmen aus den Einkommenssteuern sinken. Die Zuwanderung kann diese Entwicklungen mildern, sofern die zuwandernden Personen den Anforderungen des Arbeitsmarkts bezüglich Sprachkompetenz und Bildung entsprechen. Ihre Integration wird deshalb nicht nur für den sozialen Zusammenhalt bestimmend sein, sondern auch für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts von zentraler Bedeutung sein.

Zukunftsfähiger Kanton dank frühzeitiger Reaktion

Im Hinblick auf den demografischen Wandel identifiziert der Bericht vier strategische Stossrichtungen: (1) einen bedarfsgerechten Arbeitskräftepool erhalten, (2) mit wohnortnahen Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen sowie differenzierten Wohnformen Lebensqualität und Autonomie im Alter unterstützen, (3) die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung auf demografische Entwicklungen und Bedürfnisse abstimmen sowie (4) das Bildungswesen auf eine zunehmend heterogene Bevölkerung ausrichten. Innerhalb dieser Schwerpunkte formuliert der Bericht insgesamt 28 Massnahmen. Es wird nun Sache der politischen Behörden auf Kantons- und Gemeindeebene sein, die vorgeschlagenen Massnahmen umzusetzen. Immerhin werden im Kanton Schaffhausen einige der formulierten Massnahmen bereits angegangen.

Die bisherigen Bemühungen reichen indessen nicht aus, sondern müssen deutlich intensiviert werden. Sodann ist die Finanzierung der vorgeschlagenen Massnahmen weitgehend nicht sichergestellt. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen und damit eine frühzeitige Reaktion auf die demografische Entwicklung sind jedoch zentral für die Zukunftsfähigkeit des Kantons.

Diskussion zum demografischen Wandel anstossen

Der Umgang mit dem demografischen Wandel ist auch ein Schwerpunkt des aktuellen Legislaturprogramms 2017–2020. Entsprechend wurden die im Rahmen der Demografiestrategie formulierten Massnahmen weitgehend ins Legislaturprogramm aufgenommen.

Im Rahmen einer Orientierungsvorlage wird der Bericht «Demografiestrategie Kanton Schaffhausen» an den Kantonsrat überwiesen sowie sämtlichen Schaffhauser Gemeinden zugestellt. Er soll es nicht nur der Kantonsregierung und -verwaltung ermöglichen, dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen, sondern auch Grundlage für eine breite politische Diskussion über seine Konsequenzen und den Umgang damit sein.

Die Demografiestrategie Kanton Schaffhausen ist im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts «Demografie-Netzwerk» entstanden, welches vom europäischen Förderprogramm Interreg V Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein mit Fördermitteln der EU und der Schweiz unterstützt wird.
 

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