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07.12.2018
ÖV-Konferenz zum Fahrplanwechsel

Am kommenden Sonntag, 9. Dezember 2018, findet der jährliche Fahrplanwechsel statt. Die Transportunternehmen informierten heute an der ÖV-Konferenz über die verschiedenen Änderungen im neuen Fahrplan. Zudem berichtete die Koordinationsstelle öffentlicher Verkehr (KöV) über Erfahrungen mit dem aktuellen Fahrplan sowie über verschiedene Entwicklungsprojekte im öffentlichen Verkehr.

Übersicht über die wesentlichen Fahrplanänderungen im Kanton Schaffhausen:

  • S8 Schaffhausen – St. Gallen: Der Fahrplan wird um 15 Minuten gedreht. Das heisst, die Züge kommen 15 Minuten früher an und die Anschlüsse in Schaffhausen passen nun auf den Fernverkehr in Schaffhausen und Romanshorn.
  • SBG Buslinie Singen – Stein am Rhein: Der Fahrplan des SBG-Busses wurde um 15 Minuten gedreht, damit der Anschluss auf die S8 Seelinie erhalten bleibt. Neu wird der Anschluss ganztags auch an die Buslinie 825 nach Frauenfeld hergestellt. Nachteil: der Anschluss passt künftig nicht mehr auf die Linie nach Winterthur, aber mehr Fahrgäste sind auf den Anschluss auf die S8 angewiesen.
  • S29 Stein am Rhein – Winterthur: Ab Fahrplanwechsel durchgehender Halbstundentakt bis abends 21:00 Uhr, danach Stundentakt.
  • Stein am Rhein: Neu wird die Standzeit des SBG-Busses optimal genutzt für eine Ortsverkehrsschlaufe zum neuen Einkaufszentrum Sandgrueb südlich des Rheins (Hofwisen). Damit ermöglicht die Stadt Stein am Rhein der Bevölkerung mit dem ÖV einzukaufen.
  • Schaffhausen – Winterthur: Statt drei gibt es künftig nur noch einen Zusatzzug S11, morgens hin, abends zurück. Dafür verkehren die Regelzüge (S33/S12) alle als Doppelstock-Züge und stellen damit die notwendigen Sitzplatzkapazitäten sicher. Die S12 wird nach Brugg verlängert.
  • Stadt Schaffhausen: Einführung der neuen VBSH Buslinie 9 zur besseren Erschliessung des Herblingertals.
  • Linie 670 (heute von Rafz nach Winterthur) wird ersetzt durch die neue Linie Rafz-Henggart (Linie 675) mit Anschluss an die S-Bahn.

Rückblick und Ausblick

Die Integration des Flextax in den OSTWIND-Tarifverbund ist problemlos verlaufen und wurde von den Fahrgästen gut aufgenommen. Nun können Projekte gemeinsam in der Ostschweiz angegangen werden.

Auch der Betreiberwechsel bei der S-Bahn im Klettgau ist reibungslos verlaufen. Mit ausschliesslichem Betrieb durch die SBB GmbH mit den beliebten Thurbo Gelenktriebwagen (GTW) konnte die Zuverlässigkeit gesteigert werden. Die Kapazitäten sind teilweise auf den Kursen zur Hauptverkehrszeit sehr gut ausgelastet: Mittelfristig braucht es eine Verstärkung dieser Züge.

Auf der Achse Schaffhausen – Singen betreibt die DB Regio seit Dezember 2017 den Halbstundentakt. Hier gab es Anlaufschwierigkeiten, was verständlicherweise zu zahlreichen Reklamationen geführt hat. Für verschiedene Ursachen ist die DB Regio direkt verantwortlich. Daneben gibt es äussere Einflüsse, die den Betrieb auf dieser Strecke erschweren, so hat zum Beispiel der dichtere Fernverkehr auf der Gäubahn (seit Dezember 2017 im Stundentakt) dazu geführt, dass Verspätungen auf die Regionalbahn übertragen werden. Kontinuierliche Qualitätsüberprüfungen zeigen zwar eine leichte Verbesserung der Leistungen, dennoch kommt es immer noch zu häufig zu Zugsausfällen und grösseren Verspätungen. Der Kanton wird den Druck auf den Besteller aufrechterhalten bis die DB Regio die Leistungen vertragsgemäss erbringt.

Bei der Entwicklung der Fahrgastzahlen lässt sich weiterhin eine Verlagerung von den Bussen auf die S-Bahn beobachten. Diese Entwicklung kann auch auf der Strecke Klettgau Richtung Schaffhausen (Verlagerung von der Linie 21 auf S-Bahn Klettgau) und zwischen Neuhausen Rheinfall und Schaffhausen (Verlagerung von VBSH-Linie 1 auf S9 und S22) beobachtet werden. Die Fahrgäste erkennen die Vorteile der S-Bahn, welche sie ohne Stau schnell und bequem ins Zentrum bringt. Die Zunahme der Fahrgastzahlen im ÖV insgesamt hat sich etwas abgeschwächt, zwischen 2015 und 2017 (neuster Erfassungszeitraum) wurden noch geringfügige Zuwächse verzeichnet. Diese Stagnation ist in der Schweiz in verschiedenen Regionen festzustellen.

Den langfristigen Ausbau der Eisenbahninfrastruktur plant der Bund im Rahmen des Ausbauschritts 2035 (FABI). Es ist notwendig, das Bahnangebot an die steigende Nachfrage anzupassen und bestehende Überlasten abzubauen. Die Eisenbahninfrastruktur soll dazu bis 2035 für 11,9 Milliarden Franken ausgebaut werden. Der Fokus beim Ausbauschritt 2035 ist der Abbau von Überlasten im Personen- und Güterverkehr. Die Kapazität des Netzes wird erhöht, auch um einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Die Finanzierung der vorgesehenen Ausbauten ist über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) gesichert, den Volk und Stände 2014 mit der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) beschlossen haben. Der Kanton Schaffhausen ist seit 2014 über die «Planungsregion Ost» in den Prozess einbezogen und hat seine Angebotsziele eingebracht. Alle für den Kanton Schaffhausen wichtigen Projekte sind in der Botschaft des Bundesrates zum Ausbauschritt AS 2030/35 enthalten:

  • Beitrag an die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke als Basis für einen zuverlässigen Halbstundentakt zwischen Basel und Schaffhausen und als Grundlage für die Durchbindung der Züge in die Ostschweiz (St. Gallen);
  • Ausbau im Raum Rafz / Schaffhausen für die Sicherstellung eines durchgehenden Halbstundentakts im Regionalverkehr (S9) nach Schaffhausen;
  • Ausbau auf der Strecke Winterthur – Schaffhausen für zwei schnelle und zwei langsame Regionalzüge pro Stunde.

Das Parlament wird den Ausbauschritt 2035 voraussichtlich 2019 beraten.

Der ÖV im Kanton Schaffhausen entwickelt sich weiter. Ziel ist es, das bedürfnisgerecht ausgebaute ÖV-System im Kanton Schaffhausen langfristig zu sichern und weiter zu optimieren. Die aktive Nutzung durch die Bevölkerung ist dabei zentral, um das Angebot langfristig nachhaltig zu finanzieren. Ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr ist eine wichtige Voraussetzung, damit Schaffhausen als Wohn- und Arbeitsstandort weiterhin attraktiv bleibt und die Herausforderungen des ständig wachsenden Verkehrsaufkommens bewältigt werden können.