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11.03.2019
Förderung von lokalem Holz bei kantonalen Hochbauten

Das Hochbauamt als Bauorgan des Kantons will die Verwendung von lokalem Holz bei seiner eigenen Bautätigkeit fördern und strebt bei seinen Projekten nachhaltige und wertstabile Lösungen an. Die entsprechenden Punkte wurden in einer Weisung des Hochbauamtes festgehalten.

Holz ist ein lokal nachwachsender Rohstoff, welcher sich nachweislich für verschiedene Bauaufgaben eignet. Ernte und Verarbeitung von Holz können sehr energiearm erfolgen und das Material speichert erst noch das Treibhausgas CO2. Einheimisches Holz muss nicht weit transportiert werden und erzeugt bei seiner Verwendung zudem eine lokale Wertschöpfung. Bei Rückbauten erleichtert der Baustoff Holz das Recycling und die sinnvolle Verwertung des anfallenden Materials.

Im Kanton Schaffhausen als einem der waldreichsten Kantone der Schweiz bietet sich die Förderung von lokalem Holz bei seiner eigenen Bautätigkeit bestens an. Das Hochbauamt als Bauorgan des Kantons strebt bei seinen Projekten nachhaltige und wertstabile Lösungen an. Die entsprechenden Punkte wurden in einer Weisung des Hochbauamtes festgehalten.

Eignungsprüfung

Das Hochbauamt prüft bei seinen Projekten nun jeweils in einer frühen Phase - nebst den bekannten Materialien - explizit auch die Eignung und den Sinngehalt der Verwendung von lokalem Holz für Tragwerk, Gebäudehülle und/oder Innenausbau. Für die Materialisierung in Holz eignen sich insbesondere die Tragwerke folgender Vorhaben:

  • Anbauten und Aufstockungen
  • Ein- bis zweigeschossige niedriginstallierte Nutzbauten
  • Hallen für Fahrzeuge und Material mit grossen Spannweiten
  • Gebäude, bei welchen eine serielle Fertigung von grossen Elementen oder ganzen Raumzellen möglich ist

Die Prüfung, ob die Gebäudehülle auch in Holz ausgeführt werden soll, erfolgt jeweils im Zusammenhang mit den städtebaulichen Absichten und dem Nutzungszweck.

Gegenüberstellung mit anderen Materialien

Wenn der Entscheid zum Material aufgrund der technischen Spezifikation in einer frühen Phase getroffen wird, ist ein Vergleich mit den mutmasslichen Kosten anderer Konstruktionsarten nicht notwendig. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein früher, breit abgestützter Materialentscheid keinen massgeblichen Einfluss auf die Baukosten hat. Bei Eignung des Bauvorhabens kann auch eine Hybridlösung Holzbau- Massivbau angestrebt werden.

Verwendung von lokalem Holz

Wird bei einem Bauvorhaben bei der Gegenüberstellung mit anderen Materialien Holz als geeignet beurteilt, wird bei Offertstellungen Schaffhauser Holz eingefordert, als Variante «Schweizer Holz HSH». Als Minimalanforderung für ausländisches Holz gelten die Labels FSC oder PEFC. Bei Vorhaben über den Schwellenwerten nach der Interkantonalen Vereinbarung über das Beschaffungswesen (IVöB) und GATT/WTO wird der Leitfaden «Ausschreibung von Bauten mit Schweizer Holz» auf der Plattform www.lignum.ch beigezogen. Über die Verwendung von Schaffhauser Holz bei massgeblichen Preisdifferenzen (> 3 % in der spezifischen Position) entscheidet das Baudepartement.

Aktuelle Projekte

Die neue Eignungsprüfung hat bereits drei Bauvorhaben lokalisiert, bei welchen nun die Ausführung in Holz angestrebt wird. Neben dem geplanten Neubau des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes im Solenberg betrifft dies die neue Halle für die städtischen Entsorgungsfahrzeuge auf dem Areal von Tiefbau Schaffhausen im Werkhof Schweizersbild und die Erweiterung der Kinderkrippe «Räbhuus» auf dem Areal des Psychiatriezentrums Breitenau.