Nuppenbecher des Schaffhauser Typs

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Nuppenbecher aus Glas (öffnet vergrössertes Bild in neuem Fenster)

Nachdem gläsernes Trinkgeschirr im Hochmittelalter noch äusserst selten ist, tauchen gegen Ende des 13. Jahrhunderts hauchzarte, mit gedrehten Nuppen verzierte Gläser auf und finden in weiten Bevölkerungskreisen rasch grossen Anklang.
Dem zufälligen Lauf der Forschungsgeschichte und der hohen handwerklichen Qualität der Gläser ist es zu verdanken, dass eine blaugrün schimmernde Variante dieser Gläser als «Nuppenbecher des Schaffhauser Typs» bezeichnet wird. Als 1921 bei Ausgrabungen im Kloster Allerheiligen mehrere Nuppenbecher zum Vorschein kommen, ist das eine Überraschung. Noch lange Zeit bleiben Nuppenbecher im archäologischen Fundgut selten und gelten deshalb als vornehmes Trinkgeschirr einer exklusiven Oberschicht. Erst mit der systematischen Erforschung der mittelalterlichen Stadtkerne ändert sich das Bild radikal: Seit den 1980er Jahren finden sich Fragmente solcher Nuppengläser in jeder zweiten Latrinengrube.

Objekt:
Nuppenbecher aus Glas

Datierung:
Mittelalter (13. Jh. n.Chr.)

Fundort:
Schaffhausen-Allerheiligen

Weitere Informationen:
Kurt Bänteli/Rudolf Gamper/Peter Lehmann, Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Zum 950. Jahr seiner Gründung am 22. November 1049. Schaffhauser Archäologie 4, 1999.
Erhältlich im Online-Shop.