Tiergravierungen

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Seite A (oberes Bild) zeigt fünf übereinander gezeichnete Tiere, drei Wildpferde und zwei Cerviden. Vier davon sind nicht rechts gerichtet; die fünfte Figur quert die Gruppe mit Ausrichtung zur oberen Plattenkante. Die Darstellungen sind skizzenhaft; auf die sorgfältige Ausführung von Details wurde verzichtet. Zwei ineinander gezeichnete Pferde(?)-figuren treten besonders deutlich hervor. Sie sind völlig gleichförmig und lassen die Manier eines Zeichners, vielleicht auch eine Konvention, erkennen. Die schmalen Köpfe sind jeweils mit einer geraden Gesichtslinie und einer schwach gebogenen, lang gestreckten Ganaschenkontur wiedergegeben. Regelmässig gesetzte Kerben bilden den Bart. Ein Punkt deutet das Auge an. Ebenso schematisch wie der Bart ist die Mähne gezeichnet. Ein oder zwei etwas längere senkrechte Striche geben die Ohren wieder. Eine durchgehende gerade Linie bildet Kamm- und Rückenkontur. Als Bauchkontur kommen mehrere Geraden und eine tiefer gravierte, konvexe Linie in Betracht. Nur das obere Tier hat eine schwach gerundete, in einem Zipfel endende Hinterhand. Die Vorderbeinpartie gliedert sich in ein senkrecht verlaufendes, schwer entwirrbares Linienbündel und ein einzelnes, nach vorn gestrecktes, einem Cervidenlauf ähnliches Bein.
Seite B (unteres Bild) zeigt drei Tierfiguren (Cerviden?), die einander nur geringfügig überschneiden und kaum von Fremdlinien gestört sind. Eine erste Figur ist nach links gerichtet. Mit klarer, einfacher Linie ist der Umriss gezeichnet. Der schmale Kopf ist mit mehreren Linienzügen wiedergegeben. Das Auge ist durch eine längliche Kerbe angedeutet. Kamm- und Rückenlinie bilden eine Gerade. Eine kleinere Figur findet sich darunter. Sie ist ebenfalls nach links gerichtet. Kopf, Hals und Ohren sind wie bei der ersten Figur dargestellt; ein Auge findet sich nicht. Eine weitere kleinere Figur ragt von der linken Plattenkante her schräg in die erste Darstellung hinein, so dass deren Kehllinie von der vorderen Kopfpartie überschnitten wird. Die Gestaltung des Kopfes entspricht derjenigen der beiden vorher beschriebenen Figuren. Rücken- und Bauchlinie sind gerade und verlaufen parallel zueinander. Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Darstellungen sind hier jeweils beide Vorderbeine (in Schrittstellung) und Hinterbeine (nur Innenkonturen) angedeutet.

Objekt:
Ritzzeichnungen auf Kalkstein (Tonschiefer?) - Platte

Datierung:
Paläolithikum, Magdalénien (ca. 14'000-12'000 v.Chr.)

Fundort:
Schaffhausen-Schweizersbild