Kanton Schaffhausen



Oberflächengewässer, Wasserbau, Abflussmessungen

Oberflächengewässer

Der Begriff Oberflächengewässer umfasst stehende Gewässer (Seen, Weiher) und Fliessgewässer (Flüsse und Bäche). Auch eingedolte Bäche und künstliche Kanäle gehören dazu. Die Oberflächengewässer im Kanton Schaffhausen sind gemäss kantonalem Wasserwirtschaftsgesetz (WWG) vom 18. Mai 1998 öffentlich und in drei Klassen eingestuft. Zu den Gewässern der 1. Klasse gehören Rhein, Wutach und Biber. Die Gewässer der 2. Klasse umfassen zehn grössere Bäche; alle übrigen Gewässer sind der 3. Klasse zugeord- net. Die Gesamtlänge der drei Gewässerklassen im Kanton Schaffhausen beträgt rund 325 km. Zuständig für Unterhalt, wasserbauliche Massnahmen und Renaturierungen bei 1. Klassgewässern ist der Kanton und für die 2. und 3. Klassgewässer in der Regel die Gemeinde.

Alle öffentlichen Gewässer stehen unter Hoheit des Kantons, das heisst alle, wasserbaulichen Massnahmen und den Gemeingebrauch beschränkende oder übersteigende Nutzungen benötigen eine kantonale Bewilligung.

Fliessgewässernetz des Kantons Schaffhausen    
Gesuchsformular für die Unterquerung eines Gewässers 

Wasserbau

Gewässerunterhalt
Der Gewässerunterhalt muss gemäss Art. 28 des WWG nach ökologischen Grundsätzen ausgeführt werden. Die Arbeiten umfassen die Pflege des Ufergehölzes und der Uferböschung sowie die Sicherstellung der Hochwassersicherheit. Zeitgemässer Unterhalt bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung des Gewässerbe- reichs und seiner Strukturen mit dem Ziel, natürliche Lebensräume für die einheimische Fauna und Flora zu erhalten.

Checkliste für den ökologischen Gewässerunterhalt 
Erläuterungen zur Checkliste 
Beitragsgesuch mit Kostenschätzung für den ökologischen Unterhalt  

 

Wasserbauprojekte und Renaturierungen
Die Verbauung der Flüsse und Bäche begann mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts mit gross- flächigen Meliorationen zur Landgewinnung und Kanalisierung der Fliessgewässer zur Energieerzeugung. Die Bevölkerung war auf die kargen Ernten angewiesen und konnte es sich nicht erlauben, Ertragsausfälle wegen überschwemmten Feldern, die die mäandernden Bäche und Flüsse häufig verursachten, in Kauf zu nehmen. Zusätzlich wurde durch die Bauaktivität für Siedlungen und Verkehr Land beansprucht, das man den Fliess- gewässern ebenfalls durch Eindolung und Kanalisierung abrang.

Die ökomorphologischen Defizite sollen wo immer möglich behoben werden: Mehr Raum, mehr Vielfalt und Struktur und mehr Gewässerdynamik, diese Merkmale gilt es im Rahmen der kantonalen Revitalisierungsplanung zu verbessern. 

Wutachrenaturierung (2010 - 2014)    
Kommunale Revitalisierungsprojekte (ab 2009)  

Abflussmessungen und Pegelmessnetz

Verlässliche Informationen über die verschiedenen hydrologischen Kenngrössen wie die Hochwasser- saisonalität und -häufigkeit, der Trockenwetterabfluss und die mittleren Abflüsse bilden wichtige Grundlagen für die Energiegewinnung, die Wasserentnahmen, die Erstellung von Gefahrenkarten (Hochwasserschutz), die Dimensionierung von Bauten, die Schifffahrt, die Gewährleistung der gesetzlichen Mindestwassermengen etc.

Das kantonale Pegelmessnetz besteht aus 11 Abflussstationen. Diese werden durch die Fachstelle Hydrometrie des Kantons Thurgau betreut. Die Pegeldaten können über nachfolgende Karte abgerufen werden.

Karte Pegelmessnetz des Kantons Schaffhausen und Thurgau    
Jahrbücher der Pegelmessstellen  

Bundesmesspegel in Neuhausen am Rheinfall, Flurlingerbrücke