Kanton Schaffhausen



Wutachrenaturierung (2010 - 2014)

Grenzüberschreitendes Renaturierungsprojekt an der Wutach

Die Wutach schuf sich in den vergangenen Jahrtausenden durch starke Erosion und Geschiebeumlagerungen bei Hochwasser einen ständig neuen Flusslauf in der breiten Talsohle. Deshalb wurde sie zwischen 1871 - 1904 verbaut und ist heute praktisch in ihrem ganzen alluvialen Abschnitt begradigt und eingeengt.



Das kantonale Tiefbauamt hat im Einverständnis mit der Tenger Stiftung (Landeigentümerin von 11 ha entlang der Wutach) und in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums Freiburg eine Projektstudie ausarbeiten lassen. Diese zeigt auf, wie die Wutach im Bereich "Wizemersteg" bis zum Gononwehr auf einer Länge von 1'750 m beidseits der Grenze auf Schleitheimer und auf Stühlinger Gemeindegebiet renaturiert werden soll. Dabei soll die Vernetzung des Flusses mit der Landschaft durch die Erweiterung der Verbindungszone Wasser – Land verbessert, Weich- und Hartholzauenbereiche gefördert, mehr Flussraum mit einer grösseren Dynamik und flusstypischen Strukturen wie Kiesbänken und Flachwasserzonen geschaffen werden. Im renaturierten Zustand könnte die Wutach im betreffenden Abschnitt wieder eine reichhaltige und dynamische Auenlandschaft mit Seitenarmen, Altarmen, Tümpeln und weiteren auentypischen Strukturen werden. Dabei dient das bereits bestehende, weiter oben liegende ETH-Auenwaldreservat "Seldenhalde-Seldenwiesen" als Vorbild für eine Wutachentwicklung.



Die Projektstudie formuliert ein Leitbild sowie Entwicklungsziele für den Zeitraum 2010 bis 2021. Basierend darauf wurde ein Massnahmenkonzept für die Jahre 2010/2011 sowie für die Jahre nach 2011 entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet ein etappenweises Vorgehen, wobei jeder Projektschritt für sich eine unabhängige Massnahme und wertvolle ökologische Aufwertung bildet.

Auf Schweizer Seite wurden bisher folgende vier Massnahmenkonzepte umgesetzt (Stand August 2014):  

  • Entfernen der harten Uferverbauung linksseitig auf der gesamten Länge und Aufweitung des Wutachprofils zwischen Gononwehr- und Hohlenaachgraben.
  • Ausholzen und Ausbaggern der zwei verbuschten und verlandeten Grundwasserweiher in der ehemaligen Kiesgrube Wiide und beim Chollplatz auf je einer Fläche von 600 m2 und 2'000 m2.
  • Anbindung von zwei Seitenarmen mit ca. 120 m (beim Chollplatz) und ca. 240 m (unterhalb Gatterholzgraben) Länge und ca. 15 m Breite.
  • Schaffung einer Bucht unterhalb des grossen Seitenarms.
  • Eintrag von ca. 10'000 m3 kiesigem Aushubmaterial in Form von Inseln und Buhnen in die Wutach. Mit dieser Massnahme wird sich die eingetiefte Wutachsohle wieder anheben und die Vernetzung zu den Seitenbächen herstellen.
  • Einbau von140 to Findlingen zur Strukturverbesserung in der Wutach.
  • Ausheben von zwei kleinen Waldtümpeln (100 m2 und 200 m2) unterhalb des Grundwasserweihers Chollplatz.

·         Auf der deutschen Uferseite wurden folgende Massnahmen umgesetzt (Bauherrschaft Kanton Schaffhausen):

  • Strömungslenkende Massnahmen mit verschiedenen Buhnen. Einbau einer Kiesbuhne aus rund 1'800 to Blöcken, welche mit 2'500 m3 Kiesschotter überschüttet wurden, gegenüber dem Seitenarm unterhalb des Gatterholzgrabens. Erstellen von temporären Baumbuhnen gegenüber dem Seitenarm beim Chollplatz und oberhalb des Hohlenaachgrabens.
  • Laufende Aktualisierung der drei Informationstafeln zum Renaturierungsgebiet Seldenhalde bis Gononkanal bei der Chollplatzhütte, Seldenhalde und Wizemersteg (D).
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Video: Wutach - Ein Fluss wird befreit 
Informationstafel zum Wutachprojekt  
Bilder zur 1. Etappe  
Bilder zur 2. Etappe  
Bilder zur 3. Etappe  
Bilder zur 4. Etappe