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02.11.2018
Wiederherstellung des Uferriedes «z'Hose»

Anfang November 2018 starten die Bauarbeiten zur Revitalisierung des Uferriedes zHose in Stein am Rhein. Dabei wird der künstliche Wiesenhügel zwischen Ried und Badi abgetragen. Dieser besteht aus dem ehemaligen Aushubmaterial des Kläranlagebaus, das in den 70er Jahren auf das damalige Ried geschüttet wurde. Dieses soll nun wiederhergestellt werden.

Der Standort ist Bestandteil des Gewässer-Revitalisierungsprogrammes und liegt im kantonalen Schutzgebiet sowie zugleich im Bundesinventar für Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) und Wasser- und Zugvogelreservat von internationaler Bedeutung. Entsprechend ist die Revitalisierung des geschützten Uferrieds ein Gemeinschaftsprojekt des kantonalen Wasserbaus, des Planungs- und Naturschutzamtes und der Stadt Stein am Rhein als Grundeigentümerin. Das Bauprojekt zur Wiederherstellung des Uferriedes z'Hose wurde etappenweise durch Biologen, Ingenieure und in Rücksprache mit dem Stadtrat entwickelt, bis man sich nun für die mittlere Variante (Teil-Abtrag) entschieden hat. Im März wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt, das Baugesuch lag öffentlich auf, worauf es im Sommer ohne Einsprachen von der Stadt und dem kantonalen Bauinspektorat bewilligt wurde.

Aushubdeponie der 70er Jahre

Am Stadtrand hinter der Badi von Stein am Rhein liegt das einzigartige kantonale Naturschutzgebiet «z'Hose». Auch die Wiese direkt unterhalb der Kläranlage (ARA) gehört dazu. Dort wurde in den 70er Jahren das Material vom Bau der ARA auf das Ried abgelagert. Eine vorgängige Sondierung hat ergeben, dass das Material nicht belastet ist. Der ursprüngliche Flussschotter wurde mit lehmigen Aushubmaterial überschüttet, wodurch auch der dynamische Wasseraustausch gestoppt und damit das Uferried und seine feuchtgebietstypische Flora und Fauna zerstört wurde.

Nun wird ein Teil des Materials wieder abgetragen und das Naturschutzgebiet revitalisiert bzw. ein dynamisches Riedufer wieder hergestellt. Dank dem Revitalisierungsprogramm nach Gewässerschutzgesetz erfolgt die Finanzierung über den Bund und Kanton, mit einem Kostenteiler von 55 % und 45 %.

Bauliche Massnahmen von November bis März

Auf einer Fläche von rund einer Hektare wird ein Grossteil des geschütteten Ablagerungsmaterials entfernt und ein seltener, rheintypischer Lebensraum wiederhergestellt. Als erstes erfolgt ein Humusabtrag von 15 – 20 cm (1'900m3). Die Hauptarbeiten umfassen einen Teilabtrag (ca. 17'000 m3 Ober- und Unterboden) der Aushubdeponie bis auf die ursprüngliche Terrainhöhe des Uferriedes. Der Humus und ein Teil des Unterbodens werden in der näheren Umgebung landwirtschaftlich verwertet. Die Sträucher und Bäume im Abtragungsbereich werden vorgängig entfernt. Gerade bei den hohen Pappeln handelt es sich um standortfremde, einst importierte Bäume. Der bestehende Weg zum Rhein, das Uferried, die Flachwasserzone und auch die markanten Silberweiden im Osten des Projektgebietes bleiben erhalten. Das Gebiet soll künftig wieder als ruhige und sanfte, landwärts ansteigende Riedfläche, die mit einer markanten Böschung abschliesst, erscheinen. Ebenfalls werden Gewässer für Amphibien und Libellen geschaffen, deren Wasserstände mit der Dynamik des Rheins und des Grundwasserspiegels schwanken. Im März wird die Fläche mit artenreicher Riedvegetation, welches diesen Sommer im Ried Schaaren geerntet wurde, angesät sowie mit passenden Gehölzarten ergänzt.

Weitere Informationen folgen im Frühling 2019 nach Bauabschluss bei einer öffentlichen Medienorientierung vor Ort.

Dieser Aushubwall wird abgetragen und das Uferried wiederhergestellt